24.05.2019: Mit der H2-Tankstelle in Halle/Saale gelingt der Start in eine ökologische Zukunft

Durch die neue Wasserstoff-Tankstelle in Halle/Saale fügt sich eine weitere Metropolregion in Mitteldeutschland in das bundesweite Tankstellen-Netzwerk der H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co.KG ein. An dem erfolgreichen Schritt in eine ressourcenschonende Mobilität ist die Martin-Luther-Universtität Halle-Wittenberg, das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS im Verbund mit führenden Unternehmen der Region maßgeblich beteiligt. Wissenschaftler der Forschungsgruppe „Light for Hydrogen“ des ZIK SiLi-nano® stellten auf der Eröffnungsveranstaltung der H2-Tankstelle Interessierten ihr Forschungsfeld vor.

700 km in unter fünf Minuten. Diese simple Formel macht die Konkurrenzfähigkeit der Wasserstoff-Tankstelle deutlich, die am 10.05.2019 auf dem Gelände der PS Union GmbH durch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Volker Ciesiolka (CEO der PS Union Holding GmbH), Prof. Ralf B. Wehrspohn (Institutsleiter des Fraunhofer IMWS und Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Lorenz Jung (Head of Network Delivery H2 MOBILITY) eingeweiht wurde. In nur wenigen Minuten können nun auch von Halle/Saale aus Elektroautos mit Brennstoffzellen-Antrieb umweltfreundlich aufgetankt werden und ihr Reichweitenpotential von 400 bis 700 Kilometer nutzen.

 

Die H2-Tankstelle in der Blücherstraße 7 ist die zweite Wasserstoff-Station in Sachsen-Anhalt und vervollständigt als Ausweichtankstelle das Netz zwischen Leipzig und Magdeburg. 70 Tankstellen dieser Art existieren bereits in Deutschland. Bis zum Jahresende soll die Zahl auf 100 Stationen anwachsen. Von der intuitiven Handhabung des Tankvorgangs dürfen sich die Mitarbeiter des Fraunhofer IMWS und des Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP nun selbst überzeugen. Die Institute nutzen Wasserstoff-Fahrzeuge, um mit den dadurch gewonnenen Daten die weitere Entwicklung der Wasserstoff-Mobilität zu fördern. Die Eröffnung der Tankstelle sieht Prof. Ralf B. Wehrspohn daher als einen branchenübergreifenden Schritt: „Mit der Entwicklung an einer immer effizienteren Nutzung von Wasserstoff sollen deutsche Automobilhersteller in ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werden. Ziel ist es, neben der Herstellung von Komponenten in Deutschland für Wasserstofffahrzeuge, auch die Forschung am emissionsfreien und somit grünen Wasserstoff voranzutreiben.“.


Gemeinsam mit den Kooperationspartnern der isw GmbH, dem Kooperationsnetzwerk Chemie+, den Stadtwerken Halle und der PS Union Group JEZ! konnte das IMWS eine Ausschreibung der H2 MOBILITY GmbH gewinnen und damit die Forschung an und die Nutzung von umweltfreundlichen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieben am Innovationsstandort Halle/Saale verankern. Für Prof. Ralf B. Wehrspohn ist die Zusammenarbeit von spezialisierten Unternehmen ein Grundpfeiler für die Entwicklung moderner Mobilitätskonzepte: „Die in wenigen Minuten aufladbare Batterie eines Wasserstoffautos erlaubt eine hohe Nutzbarkeit bei großer Ressourceneffizienz. Damit werden Wasserstofffahrzeuge für Car-Sharing-Programme attraktiv. Hierbei verbinden sich ein ökologisches Antriebssystem mit einem gesellschaftlichen Bedürfnis nach umweltschonender Mobilität.“. Mit dem Company-Car-Sharing der Stadtwerke Halle und den Car-Sharing-Angebot der PS Union Group »JEZ! Mobil« übernimmt Halle/Saale auch in diesem Bereich eine regionale Pionierfunktion.

 


Prof. Ralf B. Wehrspohn und Jun.-Prof. Dr. Wouter Maijenburg machen sich mit den Fahrzeugen der Zukunft vertraut

 

In Wasserstoffautos schlummern, durch die Besonderheiten des Antriebsprozesses, vielfältige umweltschonende Eigenschaften. So verfügt die Brennstoffzelle über eine gute Wärme-Strom-Balance. Das wirkt energiesparend, denn die ausreichend entstehende Wärme kann als „Nebenprodukt“ zum Erwärmen des Fahrzeugraums genutzt werden. Ein weiterer Vorteil liegt in Wasserstoff-Fahrzeugen als Feinstaubsauger. Da die Brennstoffzelle Sauerstoff mit sehr hohem Reinheitsgrad benötigt, wird die Luft aus der Umgebung mittels hochmoderner Filter von Feinstaub befreit. Diese Fähigkeiten machen die Wasserstoff-Mobilität zu einer enorm ökologischen Alternative zu anderen Antriebssystemen.


Jun.-Prof. Dr. Wouter Maijenburg arbeitet als Nachwuchsgruppenleiter der Forschungsgruppe „Light for Hydrogen“- Nanostruktur-Design für die fotokatalytische Wasserspaltung am Zentrum für Innovationskompetenz SiLi-nano® der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er präsentierte am Eröffnungstag allen Interessierten die vielfältigen Bereiche seines Forschungsfelds. Gemeinsam mit einem internationalen Team arbeitet der Chemiker an speziellen Designs von Materialien auf Nano-Ebene und untersucht darüber die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff mittels Licht.


Ziel der Forschungsgruppe ist es, die Licht-zu-Wasserstoff-Effizienz von fotokatalytischen Materialien zu erhöhen. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe können auch die Entwicklung der Wasserstoff-Mobilität befruchten: „Die Eröffnung der Wasserstoff-Tankstelle hat eine Signalwirkung, denn sie ist ein praktischer Beleg für das Potential von grünem Wasserstoff als leistungsstarken Kraftstoff. Die Forschungsgruppe „Light for Hydrogen“ unterstützt mit ihren Erkenntnissen die Entwicklung eines grünen Wasserstoffs mit hoher CO2-Neutralität.“.


Durch die Anbindung von Halle/Saale an das bundesweite Netz von Wasserstoff-Tankstellen verspricht sich Jun.-Prof. Dr. Wouter Maijenburg zudem eine erhöhte Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandortes und der Arbeit am grünen Wasserstoff: „Mit dem Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoffmobilität wird auch die Forschung vorangetrieben. Die Wasserstofftankstelle bestätigt den eingeschlagenen Weg der Universität Halle-Wittenberg, die Forschungskompetenz im Bereich der Wasserstoff-Erzeugung und Wasserstoff-Nutzung als Energielieferant zu etablieren und zu erweitern, mit dem ZIK SiLi-Nano als einem wichtigen Baustein.“


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